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Wintertraum I

Nur eine kleine Geschichte:

Irgendwann in meiner Zeit in Ungarn haben mich die ständigen Nachrichten und Reportagen von überfüllten Tierheimen und "arme" aufgesammelte Hunde aus den Urlaubs-regionen Europas mit ihren sogenannten Tierschützern genervt. Das inspirierte mich zu dieser kleinen Kurzgeschichte. Nein, nein, weder durch- noch zuende gedacht....

"Mein Wintertraum"

Skurill, beinahe bösartig recken sich mir die jetzt blattlosen Äste der Bäume, die den matschigen und klebrigen Weg begrenzen, entgegen. Es ist nasskalt. Mit klammen Fingern ziehe ich meine dicke Jacke noch enger. Aus den Schornsteinen der alten Dorfhäuser kräuselt sich, leicht aufsteigend, der weiße Rauch brennenden Holzes. Vorbei an den Feldern, die mit einem grünen Hauch nachwachsender Wintergerste das hässliche Braun umgegrabener Felder vergessen machen wollen, stampfe ich weiter. Hannibal, mein junger Kaukase, wieselt schnüffelnd neben, vor und hinter mir her. Jeder Schritt dröhnt in meinem Kopf. Bis in die frühen Stunden haben wir mit diesem tollen Rotwein aus der Region und später mit einem Obstbrand aus einer nahen Destille gefeiert. Nur zwei Stunden Schlaf denke ich, zuwenig für einen alten Mann. Noch ein paar Meter, bis zu dieser alten Kuhtränke mit dem langen Hebearm, der mit einem Gegengewicht das Wasser aus dem tiefen Brunnen holt, dort werde ich ein wenig ausruhen. Hannibal genießt seine Freiheit, jeder Maulwurfhügel wird intensiv untersucht, jeder Strauch aufmerksam kontrolliert ob nicht jemand anderes hier seinen Anspruch geltend gemacht hat. Eine Schafherde zieht langsam vorbei, der Schafhirte hebt grüßend die Hand, wir kennen uns.Mit einem tiefen Seufzer setze ich mich auf den alten, umgefallenen Baum. Lang strecke ich meine beiden Beine aus und lehne mich an den feuchten Hebearm des Brunnens. Erste kleine Schneeflocken fallen auf mein Gesicht und lassen winzige Tiegel Schmelzwasser zurück..........einen leichten Druck spüre ich auf der Schulter. Herzhaft, mit weit aufgerissener Schnauze, gähne ich in den kalten Morgen. Kleine Schneeflocken fallen auf meine Schnauze....Vorsichtig öffne ich ein Auge. Hannibal, der stille rothaarige Friese, liegt neben mir. Er beobachtet ganz genau, was diesen Druck auf meine Linken Schulter verursacht. Das zweite Auge öffnend, sehe ich eine gewaltige braune Tatze, die leicht an meiner Schulter rüttelt. "Alles in Ordnung?", dröhnt ein tiefer Bass aus ziemlicher Höhe zu mir herunter. Noch etwas weiter oben blicke ich in das große Gesicht eines alten Sennenhundes. Die freundlichen, dunkelbraunen Augen schauen mich fragend an. Noch einmal strecke ich mich und stehe auf. Wow, ist dieser alte Hund groß, denke ich, als er mit der Pfote auf einen Hügel zeigt. "Du siehst müde aus. Gleich hinter der Kuppe ist unser Menschen-Gemeinschaftshaus", sagt er. "Komm mit, trink einen Kaffee und schau Dich um. Auch für Deinen Friesen haben wir ein warmes und trockenes Plätzchen, ein wenig Wasser und frisches Brot", höre ich die freundliche Stimme und sehe nur noch seinen Rücken, der sich langsam in Richtung des Hügels bewegt. Schnell bin ich neben ihm, meinen Friesen habe ich jetzt vorsichtshalber an der Leine. - 2 -