Bele der Elo Bele 2 Bele 3 Startseite Das Haus Playa Laguna Paraguay Ungarn Das Buch Wintertraum I Wintertraum II Wintertraum III Bulldogs Kontakt 

Wintertraum II

Nach wenigen Minuten stehen wir auf der Kuppe und schauen in ein kleines, hübsches Tal. Beinahe in der Mitte, neben einem langsam fließenden Bach, sehe ich ein Haus. Eher ein kleines Anwesen, in U-Form gebaut."Das war früher unser Menschenheim, hier kamen alle diese unglücklichen Geschöpfe unter, die ausgesetzt, misshandelt oder nicht mehr gewollt waren. Schon bald platzte dieses Haus aus allen Nähten", sagt der alte Sennenhund mit rauer Stimme und man meint die unendliche Traurigkeit dahinter spüren zu können. "Aber das ist jetzt vorbei. Wir haben das Problem gelöst! In unserem Land gibt es keine überfüllten Menschenheime mehr. Nur noch wenige Plätze, für besonders schwierige Fälle, sind noch nötig", höre ich seine jetzt fröhliche Stimme und die braunen Augen glitzern dabei. "Wenn Du willst, zeige ich Dir unser Gemeinschaftshaus und erzähle wie wir es gemacht haben", lacht er und sieht micht auffordernd an."Hier", sagt er, als wir uns dem Anwesen nähern, zeigt mit der Pfote auf Reste von langen Zwingeranlagen, "hat man diese armen Kreaturen untergebracht. Hier warteten sie auf neue Herrchen, Familien oder - sehr häufig - auf den Tod. Wir bauen diese Dinger gerade ab". Er öffnet eine große Flügeltür und bittet uns in einen mollig warmen Raum. Zwei junge Dalmatiner rennen auf uns zu, fragen nach meinen Wünschen und bringen mir Kaffee und ein wenig Gebäck. Mein Friese liegt neben mir und brummt zufrieden vor sich hin. Er liebt die Nähe des warmen Kamins."Nach endlosen Diskussionen wurden unsere Politiker vernünftig", setzt der Alte an, wuchtete seinen großen Körper auf einen mächtigen Lehnenstuhl, schlürft seinen Kaffee und fährt fort: "Das Problem der überfüllten Menschenheime war ganz leicht zu lösen. Genau wie bei den Autos wurde eine Rücknahmepflicht für Menschen eingeführt. Jeder der züchtet und/oder verkauft, musste bei Bedarf und Wunsch des Käufers den abgegebenen Menschen auch wieder zurücknehmen. Natürlich nicht umsonst. Der abgebende Käufer muss schon einen ordentlichen Obolus dazu tun", meint der Alte und man sieht, wie er die Schilderung genießt. "Natürlich wurden dadurch auch die Preise der Menschen-Welpen höher, da ja Rücklagen für mögliche Rückläufe gebildet werden müssen". Reste des Kaffees fließen in kleinen dünnen Fäden an seiner ,mächtigen Schnauze herunter und verkleben den dicken, mit silbernen Strähnen durchzogenen Bart. "Ganz einfach durch den Micro-Chip zu kontrollieren", fügt er noch ergänzend hinzu, streicht meinem Friesen über den roten Schopf und erläutert weiter:"Diese Rücknahmepflicht hat eine ganze Menge an Vorteilen. Diese elenden "ich mache einmal einen Wurf"-Züchter auf der Etage verschwanden ganz schnell, denn sie konnten den Anforderungen an eine artgerechte Unterkunft möglicher Rücknahmen nicht gerecht werden. Die Qualität der Menschenwelpen besserte sich zusehend". Die mächtige Brust des Alten bebt unter nur mühsam zurückgehaltenem Lachen. "Halter die diese höheren Welpenpreise nicht aufbringen wollen oder können, nehmen sich einfach einen der zurückgegebenen Menschen bei den Züchtern Die sind sehr preiswert. Sie sind auch gesund und gut sozialisiert, denn nur so sind sie wieder vermittelbar. Außerdem", so lacht er in sich hinein, "haben wir ja die Rücknahmegarantie". - 3 -









Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player.
Eigene kostenlose Homepage erstellen